Formula Student Italy

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Formula Student Italy

Am 09. September machten wir uns am Abend mit einem guten Gefühl und gut vorbereitet auf den Weg nach Italien. Die aufgetretenen Softwareprobleme waren gelöst und bei einigen Testfahrten konnten wir schließlich überprüfen, dass auch alles funktioniert.

Am nächsten Tag erreichten wir am Mittag die Rennstrecke von Varano de` Melegari, ca. 30 km südwestlich von Parma, auf der vom 11. bis zum 14. September die Formula Student Italy stattfinden sollte. Da an diesem Tag kein offizieller Programmpunkt stattfand, konnten wir nach Einrichtung der Box und des Camping Platzes den Tag in Ruhe ausklingen lassen.

Der erste offizielle Eventtag startete für uns am Morgen mit der Präsentation des Business Plans, bei der wir italienischen Automobilexperten unser Business-Konzept präsentierten. Da wir unseren Time-Slot für das Scrutineering erst am späten Nachmittag hatten, hieß es nach Durchführung der letzten kleineren Vorbereitungen, in die Schlange stellen und warten. Das elektrische Scrutineering verlief ohne nennenswerte Probleme und die von den Scrutineers geforderten Nachbesserungen konnten wir noch am gleichen Tag durchführen.

Nach erfolgreicher, erneuter Vorstellung beim elektrischen Scrutineering am zweiten Eventtag, ging es für uns weiter zum mechanischen Scrutineering. Dieses verlief bis auf den sogenannten „Percy-Test“ problemlos. Als „Percy“, von engl. percentile, wird umgangssprachlich, in der Formula Student, eine Art Dummy bezeichnet, der 188 cm groß ist. Percy besteht eigentlich aus nur drei Kreisen mit unterschiedlichen Durchmessern, die miteinander verbunden sind. Der Test ist bestanden, wenn der Abstand zwischen oberen Kreis („Helm“) und einem aufgelegtem Stab, mindestens 5 cm beträgt. Diese Vorgabe erfüllte unser Rennwagen bei ausgebautem, jedoch nicht bei eingebautem Sitz. Der „Percy-Test“ wird  z.B. bei der Formula Student Spain – ebenso wie auch bei der Formula Student Germany – ohne eingebauten Sitz durchgeführt, wenn dieser nicht Bestandteil der Firewall ist, so wie es bei unserem Rennwagen der Fall ist. Diese gängige Vorgehensweise wurde in Italien von den Verantwortlichen nicht akzeptiert, weshalb wir gezwungen waren die Position der Pedalerie anzupassen, um diese dann später für unsere „kleineren“ Fahrerinnen und Fahrer – nach bestandenen Test – wieder in die ursprüngliche Position zurückzubauen. Diese Anpassungsarbeiten sowie ein erneuter „Percy-Test“ dauerten bis zum Abend an. Nach erfolgreich bestandenem „Percy-Test“, Driver Egress Test sowie Überprüfung von Helmen, Rennbekleidung und Feuerlöschern haben wir den ersten Teil des Scrutineering (Mechanik und Elektrik) am Abend erfolgreich bestanden.

Am Sonntagmorgen konnten wir erfolgreich den Tilt Test bestehen, bei dem Überprüft wird, ob bei einer Neigung von 70° die Rennwagen, Flüssigkeiten oder den Bodenhalt verlieren. Der vorletzte Test des Scrutineerings bildete der Rain Test, bei dem die Elektro-Rennwagen mit Wasser „bewässert“ werden, um zu überprüfen, ob es zu einem elektrischen Kurzschluss bei Betrieb des Rennwagens kommt. Dieser Fall ist bei uns in abgeschwächter Form eingetreten und das interne Sicherheitssystem hat den Rennwagen automatisch abgestellt. Bei der späteren Fehleranalyse in der Box haben wir festgestellt, dass Feuchtigkeit im Bereich der werkseitigen Motorenverkabelung den Sicherheitsmechanismus ausgelöst hat. Diesen Fehler haben wir versucht für einen erneuten Rain Test am Abend zu beheben. Unglücklicherweise trat der gleiche Fehler erneut auf. Ein erneuter Rain Test am nächsten Tag war nicht mehr möglich, da kein Scrutineering mehr angeboten wurde.

Dies bedeutete für uns, dass wir wieder „nur“ in der Rolle der Zuschauer waren und die anderen Teams von der Tribüne aus unterstützen konnten. Insgesamt können wir aber trotzdem positiv auf das Event in Italien zurückblicken. Wir haben bisher bei keiner Eventteilnahme so viele Teile des Scrutineering wie in Italien bestanden. Weiterhin konnten wir unsere Leistungen in den statischen Disziplinen im Vergleich zu den vergangenen Events deutlich steigern. Auch mit Blick auf das Gesamtergebnis zeigt sich dies, denn wir sind mit Platz 16 das zweitbeste Team, das nicht an den dynamischen Events teilgenommen hat.

By |2015-11-16T21:57:22+00:00Oktober 16th, 2015|News|0 Comments

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